VOLKSWAGEN

VW NILS

VOLKSWAGEN präsentiert auf der IAA den VW NILS. Das einsitzige Elektrofahrzeug spiegelt eine neue, faszinierende Form der Minimalmobilität wider. Die Studie zeigt mit ihrer progressiv konzipierten Alu-Space-Frame-Karosserie, Flügeltüren und freistehenden Rädern einen hohen Grad an Dynamik, gleitet dabei aber völlig emissionsfrei und geräuschlos in Richtung Zukunft. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Basierend auf intensiven Analysen der Zukunfts- und Fahrzeugforschung und mit starker Vernetzung zum Marketing gewinnen gerade diese zukunftsweisenden Fahrzeugkonzepte unter dem zunehmenden Einfluss der Elektromobilisierung eine immer größere Rolle. Denn mit dem Durchbruch der Elektromobilität werden neue, sehr zielgruppenorientierte Anforderungen an die Autos gestellt.

BLICK IN DIE ZUKUNFT der Marke VW und des Automobils an sich. NILS ist dabei alles andere als eine Trockenübung sondern sehr konkret. Trotz der kompakten Dimensionen erfüllt die Studie zum Beispiel sämtliche Sicherheitsanforderungen an moderne Fahrzeuge. Pendler wären also nicht nur umweltschonend, sondern auch sehr sicher mit diesem Auto unterwegs. Mit einer Reichweite von 65 Kilometern würde der 130 km/h schnelle NILS - in Deutschland - für die Mehrzahl der beruflichen Pendler das ideale Fahrzeug sein. Hintergrund: 73,9 Prozent aller beruflichen Pendler zwischen Berlin und München, so das Statistische Bundesamt, legen auf dem Weg zur Arbeit weniger als 25 Kilometer zurück. NILS avanciert so zum Spiegelbild einer neuen Zeit.  In Deutschland, so das Statistische Bundesamt, nutzen rund 60 Prozent aller Pendler das Auto; mehr als 90 Prozent davon reisen allein. Mit einem Zero-Emission-Fahrzeug wie dem NILS würde sich diesen Vielfahrern eine neue, umweltschonende Mobilitätslösung erschließen.

FLÜGELTÜREN AUS 3 TEILEN: Ein fertigungstechnisches Kunstwerk sind die 2 Flügeltüren. Ihre Rahmen bestehen im Wesentlichen aus 3 Elementen: Einem Innenteil, einer Crashverstärkung und einem Außenteil. Geschlossen bieten sie optimale Crashsicherheit. Die Türscheiben werden aus leichtem, kratzfesten, beschichteten Polycarbonat hergestellt. Die Frontscheibe besteht aus Verbundsicherheitsglas. Die Studie ist ein sehr kompaktes Auto, das extrem wenig Verkehrsfläche benötigt. Lang ist NILS nur 3,04 Meter und damit noch einmal rund 50 Zentimeter kürzer als der neue up! von Volkswagen. In der Breite von Rad zu Rad misst NILS 1,39 Meter; die Karosserie selbst ist nur 0,86 Meter breit. Hoch ist die Studie 1,2 Meter. Auch hier zur Einordnung: Ein Porsche 911 bringt es auf 1,31 Meter. Wichtiger als die Dimensionen indes ist der Zuschnitt der Karosserie. Das Grundlayout teilt sich NILS mit einem Formel 1-Boliden: Fahrer in der Mitte, Motor hinten, Alu-Räder freistehend. Die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind mit rollwiderstandsoptimierten Reifen der Dimensionen 115/80 (vorn) und 125/80 (hinten) bestückt. Das klare, prägnante Design des NILS entstand im Volkswagen Design Center Potsdam. Designer Thomas Ingenlath: „Besonders freut es mich zudem, dass wir das Konzept der 2 verglasten Flügeltüren umgesetzt haben. Denn so konnten wir große, transparente Flächen schaffen und gleichzeitig selbst in engsten Parklücken einen komfortablen Ein- und Ausstieg realisieren."

SEHEN UND GESEHEN WERDEN: Xenon- und LED-Elemente bilden die Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker. Vorn übernehmen 2 Bi-Xenon-Module den Job des Fahr- und Fernlichtes. Blinker und Tagfahrlicht werden von weißen und gelben LEDs gebildet. Das Tagfahrlicht befindet sich auf den vorderen Radverkleidungen und dient gleichzeitig als Positionslicht beim Parken. Im Acrylglas der Rückleuchten - seitlich wie kleine Flügel in die Heckpartie integriert - wird das von LEDs erzeugte Licht über transparente Halbleiter wiedergegeben. Stromverbrauch? Minimal. So, wie es sich für Elektrofahrzeug gehört. Die Zielgruppe würde mit einem Fahrzeug wie NILS nicht nur emissionsfrei zur Arbeiten gleiten, sondern, wie skizziert, auch viel Spaß dabei haben. Denn der leichte NILS fährt sich mit seiner rein mechanischen Lenkung und dem mittig angeordneten Schalensitz wie ein Sportwagen; der Elektromotor liefert aus dem Stand heraus ein maximales Drehmoment von 130 Nm, das mit Hilfe eines einstufigen Getriebes auf die Hinterachse übertragen wird. Für die Radführung und Federung sind vorne wie hinten Doppelquerlenkerachsen zuständig; das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP sorgt bei aller Agilität dafür, dass NILS auf Kurs bleibt. Die sehr gute Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse trägt ihren Teil dazu bei, dass das ESP möglichst wenig zu tun hat. NILS bremst und beschleunigt auf Wunsch automatisch. Ein weiterer, wichtiger elektronischer Helfer an Bord ist die City-Notbremsfunktion. Das permanent aktive System registriert per Lasersensor (im vorderen VW-Zeichen) die Gefahr einer drohenden Kollision und bremst den Wagen in diesem Moment automatisch ab. Je nach Tempo und Situation kann die Notbremsfunktion die Aufprallgeschwindigkeit reduzieren und mitunter sogar den Unfall verhindern. Automatische Distanzregelung. Die City-Notbremsfunktion ist eine Software-Erweiterung der automatischen Distanzregelung (ACC). Damit steht auch deren Funktionsumfang im NILS voll zur Verfügung. Die ACC misst ebenfalls per Lasersensor die Entfernung und die Relativgeschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug - Parameter, an die NILS automatisch sein Tempo anpasst. Der Fahrer wählt zuvor einfach (ähnlich wie bei einer Cruise Control) den gewünschten Folgeabstand und die Geschwindigkeit. Bedient wird die automatische Distanzregelung selbsterklärend mit 3 neu konzipierten Multifunktionstasten im Lenkrad. Über 2 Pfeiltasten können dabei die Geschwindigkeit (bei freier Fahrt) und der Abstand zum Vorausfahrenden variiert werden. Zwischen den 2 Pfeiltasten befindet sich eine weitere Taste, mit der das ACC aktiviert respektive deaktiviert wird. Das System selbst kann im kompletten Geschwindigkeitsspektrum des NILS genutzt werden; zudem bremst es den Wagen je nach Situation sogar automatisch bis zum Stillstand ab. Verzögert wird nicht nur über die vier Scheibenbremsen, sondern je nach Situation auch durch die Elektrotraktion per Elektromotor und Rekuperation. In das ACC integriert ist last but not least der Front Assist. Dieses permanent aktive System warnt den Fahrer vor einer möglichen Kollision; bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h kann es unter Umständen durch das automatische Bremsen eine Kollision vermeiden.

SICHER WIE EIN GROSSER: Die Alu-Space-Frame-Karosserie wurde als höchst wirksame Sicherheitszelle konzipiert. Die Rohkarosserie - gemeint ist die Grundstruktur ohne Anbauteile und Verglasung - wird aus Aluminium-Strangpressteilen, Aluminium-Guss und Aluminium-Blech hergestellt. Der Dachrahmen mit samt der Flügeltüraufhängung, ein stabiler Überrollbügel hinter dem Fahrer, der Kofferraumbereich und die vordere Spritzwand bestehen aus hochfestem Aluminium-Blech. Extrem stabil sind zudem Aluminium-Strangpressteile; sie kommen im Bereich der Seitenschweller, der Querprofile sowie der crashoptimierten Längsprofile (Vorder- und Hinterwagen) zum Einsatz. Der Träger der Antriebseinheit und weitere Elemente bestehen aus Aluminium-Gussteilen. Sämtliche Karosserie-Anbauteile werden aus Kunststoff und Aluminium gefertigt. In Aluminium gearbeitet sind dabei die vorderen und hinteren Karosserie-Seitenteile. Aus widerstandsfähigem Kunststoff bestehen unter anderem die Stoßfänger und die Verkleidungen der Seitenschweller.

FREISTEHENDE RÄDER: Die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind mit rollwiderstandsoptimierten Reifen der Dimensionen 115/80 (vorn) und 125/80 (hinten) bestückt.
PLATZ FÜR DEN EINKAUF: Der Motor, die Batterie und alle anderen Komponenten bauen derart knapp, dass oberhalb dieser Einheit noch Platz für einen kleinen aber praktischen Kofferraum bleibt. Wie etwa beim Golf, wird die Kofferraumhaube mit dem VW-Zeichen entriegelt; in diesem Fall klappt der in Wagenfarbe gehaltene Bereich oberhalb des Rückleuchten-Moduls hoch. Der Raum ist so ausgelegt, dass der klassische Einkauf – eine Getränkekiste und eine Tasche – bequem verstaut werden kann.

65 KILOMETER UND 130 km/h. Obwohl oder gerade weil NILS so kompakt und leicht (460 kg) ist, macht er jede Menge Spaß. Ein agiles und immerhin 130 km/h schnelles Auto, das in weniger als 11 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Dazu reichen dem Elektromotor überschaubare 15 kW Nennleistung respektive 25 kW als kurzzeitige Spitzenleistung. Mit Energie versorgt wird der Elektromotor von einer Lithium-Ionen-Batterie. Je nach Fahrweise ermöglicht die Akku-Kapazität (5,3 kWh) Reichweiten von bis zu 65 Kilometern. Eine Batterie dieser Größe ist vergleichsweise günstig und ihre Kapazität für diese Art Auto ausreichend. Aufgeladen wird das Forschungsfahrzeug entweder an ganz normalen 230-Voltsteckdosen (maximale Ladezeit 2 Stunden) oder an einer Elektrofahrzeug-Ladestation. Der Steckkontakt befindet sich im Heckbereich unterhalb des Rückleuchten-Moduls.

LEICHTBAU: Beim Aufbau des elektrischen Antriebssystems konnten die Ingenieure auf das große Potenzial an Erfahrungen zurückgreifen, das Volkswagen bei der Entwicklung von Studien wie dem L1 und XL1 sowie künftigen Serienfahrzeugen vom Schlage eines Golf Blue-e-Motion oder up! Blue-e-Motion gesammelt hat. Der 19 kg leichte Elektromotor bildet zusammen mit dem Getriebe und der Batterie das Herzstück des Antriebs. Das Energiemanagement erfolgt über einen Hochleistungs-Pulswechselrichter, der zusammen mit dem 12-Volt-Bordnetz-DC/DC-Wandler und dem Ladegerät zu einem Integralantrieb zusammengefasst ist. Angetrieben wird die Hinterachse. Alle Komponenten der Antriebseinheit befinden sich kompakt in einem Träger aus Aluminium. Integriert ist die Einheit inklusive der Antriebswellen im Heckbereich des NILS.
Quelle: Hersteller

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